1. Liebe Forumsgemeinde,

    aufgrund der Bestimmungen, die sich aus der DSGVO ergeben, müssten umfangreiche Anpassungen am Forum vorgenommen werden, die sich für uns nicht wirtschaftlich abbilden lassen. Daher haben wir uns entschlossen, das Forum in seiner aktuellen Form zu archivieren und online bereit zu stellen, jedoch keine Neuanmeldungen oder neuen Kommentare mehr zuzulassen. So ist sichergestellt, dass das gesammelte Wissen nicht verloren geht, und wir die Seite dennoch DSGVO-konform zur Verfügung stellen können.
    Dies wird in den nächsten Tagen umgesetzt.

    Wir danken allen, die sich in den letzten Jahren für Hilfesuchende und auch für das Forum selbst engagiert haben.

Was in Berlin tun ?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Macintosch, 6. Juni 2004.

  1. Jana_aus_Berlin

    Jana_aus_Berlin New Member

    Ja, das ist wohl so. Ich finde den Kollwitzplatz noch gar nicht so vermainstreamt. Halt viele Intellektuelle und junge Fernsehleute, aber eher locker als Yuppies. Und was mir noch auffällt, es ist so eine Junge-Mütter-mit-Kindern-Ecke.
     
  2. oli2000

    oli2000 Rest-Optimist

    Jana, kannst du noch darüber nachdenken, was die Maischberger so in ihrem Einkaufswagen hatte? 14 kg rohes Fleisch? Süßigkeiten? Würde mich interessieren.

    Ich geh jetzt mal ins Bett. Gute Nacht, Forum.
     
  3. oli2000

    oli2000 Rest-Optimist

    Hmm, ich war auch schon länger nicht mehr da, oder zumindest nur Abends in letzter Zeit. Muss doch mal gucken gehen …

    Nacht!
    :)
     
  4. Jana_aus_Berlin

    Jana_aus_Berlin New Member

    *LOOOL*! Wohl das lustigste Post, das ich je gelesen habe!

    Ich hab da nicht in den Wagen geguckt... :embar:

    Beim zweitenmal hatte sie jedenfalls eine leere Getränkekasten mit dabei...

    Könnte es sein, sie trinkt ganz normale Getränke wie wir? :sabber: :confused:
     
  5. oli2000

    oli2000 Rest-Optimist

    :embar: :)
     
  6. kawi

    kawi Revolution 666

    Wo soll der Biolek denn sonst einkaufen wenn nicht im Biomarkt ;-)
     
  7. Macintosch

    Macintosch New Member

    Also...am ( oder sagt man auf ? ) Prenzlauer Berg werd ich wohnen. Diese Umgebung steht dann natürlich auf meinem Plan.

    Was ist gegen das Berlin der 80er Jahre zu sagen ? Das war immerhin meine Jugendzeit - und diese Zeit hatte auch was für sich ( es gab ja nicht nur ModernTalking.....) .

    Gruss
     
  8. kawi

    kawi Revolution 666

    man sagt "in Prenz'lberg werd ich wohnen"
     
  9. Prenzlauer Berg, Mitte und Friedrichshain würde ich weglassen - das ist das Berlin der 90er Jahre.

    Der Westen ist wieder im Kommen: Kreuzberg, Schöneberg, Charlottenburg, Zehlendorf, Dahlem. "The West is the Best".
     
  10. Macintosch

    Macintosch New Member

    Ich glaub, ich lass ganz Berlin weg....:D
     
  11. Stuttgart ist doch auch schön.
     
  12. Jana_aus_Berlin

    Jana_aus_Berlin New Member

    LOL!

    Eben. Man muss halt wissen, was man sucht. Ich bin auch ein 80er-Jahre-Kid, mir gefällt aber das neue Berlin einfach am besten.


    "Ich hätte nicht gedacht, dass mich Berlin noch mal richtig beflügelt, aber nachdem ich eine Zeit lang weg war, bin ich wieder zum Fan geworden. Ich lebe in Mitte, freue mich, dass sonntags die Familien aus dem Umland Szenelokale wie den Schwarzenraben in Beschlag nehmen, genieße den skurrilen Alexanderplatz mit seinem Sammelsurium aus Alteingesessenen und Touristen und habe mich von der Idee des Kiezes getrennt, der in Berlin immer gleich so spießig ist. Ich bin kein Stubenhocker, fahre oft einfach drauflos und kenne mich aus."

    Katharina Franck, Ex-Rainbirds (West-Berlin), 2002
     
  13. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Muhahaha!
     
  14. TOCAMAC

    TOCAMAC Alles wird gut.

    >> Was in Berlin tun ? <<

    Hoffen, dass Du bald wieder nach Hause darfst.

    :D :D
     
  15. Thine

    Thine mit Eisenschwein

    Prenz'lberg, Schöneberg, Kreuzberg, Zehlendorf hin oder her. Berlin ist nun mal keine organisch gewachsene Stadt. Es gibt wahrscheinlich kaum eine andere Stadt, die so planlos entstand wie Berlin. Kaum hatte man eine Stadtmauer gezogen, entstand außerhalb derer eine Urbanität, die jene Mauer quasi wieder funktionslos machte. Kaum stand ein Bauwerk 50 Jahre, wurde es schon vom nächsten Regime durch ein neues ersetzt.

    Die Stadt hat keine Tradition, die man erkunden könnte. Die Traditionslosigkeit ist allenfalls berlinische Tradition. Es gab zu keinem Zeitpunkt eine umfassende Städteplanung von A bis Z, die eine Art Ordnung oder gleichmäßiges Städtewachstum im architektonischen Sinne hervorgebracht hätte. Demnach gibt es keinen wirklich richtigen Stadtkern im bekannten Sinne bzw. einen speziellen Punkt, von dem aus sich die Stadt homogen entwickelte.

    Wie keine andere Stadt hat Berlin das 20. Jahrhundert absorbiert: Monarchie, Weltkrieg und Revolte, dann Faschismus, Stalinismus und Kalter Krieg, schließlich die Auflösung der Ost-West-Konfrontation. Alles hier an einem Ort in geballter, extremer und spurenhinterlassender Form. Es war ein immer sich wiederholender Prozess des Erfindens, Zerstörens und Aufbauens, so dass die Intentionen aller großen Pläne, wenn es sie denn gab, verloren gingen. Ein Autor spricht vom "automatischen Urbanismus", der Berlin prägte: "Wie bei einer mehrfach belichteten Fotografie treten aus der Überlagerung verschiedener Motive neue Figuren hervor. Die einander entgegengesetzten Kräfte erzeugen bis heute ungeplante Strukturen und Aktivitäten, urbane Phänomene jenseits der Kategorien von Städtebau und Architektur. Dies ist die Eigenart von Berlin." (aus: Berlin_Stadt ohne Form. Strategien einer anderen Architektur. Philipp Oswalt. Prestel Verlag, 2000 --> sehr empfehlenswert!)

    Berlin ist eine Stadt der Wurzellosigkeit, eine Stadt der Extreme, ein Konglomerat verschiedenster Formen, eine Stadt ohne kulturelle Kontinuität, ein Flechtwerk sich durchdringender Strukturen. Wie kaum eine andere Stadt ist sie von der Ideologie der jeweiligen Regimes geprägt, die vorangegangene Spuren auszulöschen und neue archtitektonische (ideologische) Symbole zu setzen versuchten. Bis heute. Eine Stadt der gezielten Zerstörung und eines "nüchternen Pragmatismus"; die Berliner Abrisspolitik ist daher legendär - und dies seit Anfang des 19. Jahrhunderts, (wenn man so will, ist die "Zerstörung" für Berlin traditionell). Den Palast der Republik abzureißen und (dafür) das Berliner Schloss wieder aufzubauen oder mitten in Berlin diesen unsäglichen Potsdamer Platz hineinzuknallen - dies alles ist urtypisch für Berlin. Aber gerade aufgrund dieser Traditionslosigkeit, aufgrund der Inhomogenität, der durch Zerstörung und geschichtlichem Lauf entstandenen Leerräume, der Konzeptionslosigkeit - ist Berlin ein Ort der Experimente und neuen Erfindungen (in jeglicher Hinsicht), und gerade das ist der Reiz dieser Stadt, dem sich gerade junge Leute und Künstler nicht entziehen können und konnten, der anziehend macht. - Im übrigen ist Berlin seit jeher eine Einwanderungsstadt.

    Deswegen kann man Berlin nicht auf konventionelle Art erkunden. Will man einen Eindruck dieser Stadt gewinnen, muss man sich vielleicht auf's Fahrrad schwingen oder in die Hochbahn setzen und mehrmals diagonal von einem zum anderen Stadtende fahren. Eben mal einen Blick in Schöneberg, Prenz'lberg, Köpenick, Kreuzberg usw. hineinwerfen. Aber wer schafft das schon an wenigen Besuchstagen?! Für Touristen oft schwierig, überhaupt einen Anfang zu finden. Man ist beinahe überfordert, verständlicherweise. Und so tummelt man sich erleichtert um die wenigen Monumentalbauten auf der Museumsinsel und meint, das wär Berlin. Ist es nicht. Es ist nur ein klitzekleiner Flecken des berlinischen Patchworks, nur ein winziger Zacken berlinischer Geschichte. Letztere ist aber widerum an jeder Ecke zu riechen und zu sehen, wenn man Nase und Augen öffnet. Vor allem in den Zwischenräumen und den scharfen Kontrasten, die sich auf Schritt und Tritt anbiedern.

    Oswalt spricht wegen der sich durchdringenden Vielschichtigkeit auch von einem "modernen Rom". Ich kenne Rom und bin von dieser Stadt begeistert. Der Vergleich schien mir daher zuerst recht gewagt, aber irgendwie hat er recht. Nur dass sich in Rom die Geschichte von 2000 Jahren (langsam) abgelagert hat und in Berlin nur von wenigen Jahrhunderten, und zwar in rasanter und zeitraffender Weise.

    So, bevor sich der Abend unmerklich und bedrohlich naht, Schluss jetzt. :D


    @ Macintosh, wie Du siehst, kann ich Dir nicht eben mal ein paar Tipps oder eine Stadtbesichtigungs-Route hinwerfen. Ich hab ja nicht mal ne Ahnung, was Dich interessiert, das wäre eben gerade für eine Besichtigung Berlins wichtig. Würdest Du nach Dresden fahren, zum Beispiel, tja, dann sähe das schon ganz anders aus. Dort kann man sich quasi an der sächsisch-dresdnerischen Tradition und Geschichte entlang hangeln. Usw. usf.
     
  16. Gibts in Rom eigentlich noch Römer?
     
  17. Thine

    Thine mit Eisenschwein

    Ja, ich habe welche getroffen. Ich denke mehr als Berliner in Berlin.
     
  18. Wenn ich wenig Zeit hätte und Berlin besuchen möchte, würde ich mich dort treiben lassen oder aber eine Sache genau anschauen. Möglichst Kieze, Kinder, junge Mütter und Szene-Lokale meiden. Repräsentative Orte auch.

    Im Winter war ich in Luxembourg und habe ausführlich das Bankenviertel in Kirchberg gesehen. Von der Stadt habe ich kaum etwas mitbekommen. Ich sah eine Stella-Figur mit verschrotteten Helikopterteilen vor einem Bankgebäude auf einem leeren Platz, wo kein Mensch zu sehen war. Sehr beeindruckend. Der ganze Militärschrott schwang sich wie eine Blüte in den grauen Himmel. Wenn mich jemand nach Luxembourg fragen und um einen Besuchstipp bitten würde, käme mir sofort dieser Ort in den Sinn.
     
  19. Thine

    Thine mit Eisenschwein

    Das ist in der Tat die beste Herangehensweise (für Berlin)!

    Die Stella-Figur merke ich mir, hoffentlich/vielleicht verschlägt's mich mal nach Luxembourg.
     
  20. Jana_aus_Berlin

    Jana_aus_Berlin New Member

    Karl Lagerfeld griff zu Hitlers Worten, als er sich über den Potsdamer Platz äußerte:

    "Das würde noch nicht mal 'ne schöne Ruine abgeben."

    :ring: :D :ring:
     

Diese Seite empfehlen