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sterbensverkürzung

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von akiem, 13. Juli 2004.

  1. iGelb

    iGelb New Member

    Er ist nicht der Schuldige.

    Ein gutes Buch für Trost und Erleuchtung ist in diesem Fall übrgens "Eiland" von Aldous Huxley. Dort ist (wenn auch verschlüsselt in Romanform und nicht als persönlicher Bericht) beschrieben, wie er aus dem langsamen Tod seiner eigenen Frau trotzdem Mut zum Leben schöpfen konnte.
     
  2. akiem

    akiem New Member


    selbstverstäöndlich ist der arzt der schuldige wenn er keine oder unzureichende schmerzmittel gibt. wer denn sonst? wenn ich die möglichkeit hätte diese scheiss morphiumpflaster zu kaufen, würde ich das tun und dem kranken den rücken damit zupflastern!
     
  3. Macziege

    Macziege New Member

    Das Recht auf Tod hat jeder für sich zu entscheiden, muss denn jeder, der aus dem Leben scheiden will, auf die oft unappetitliche und brutale Art, Hängen, Erschießen, verkehrsbedingte Lösung angewiesen sein? Es ist meines Erachtens ein Horror, das es da nicht andere Möglichkeiten gibt.
     
  4. donald105

    donald105 New Member

    Ich gebe dir absolut recht. Einem guten bekannten von mir wurden ausreichende morphiumgaben verweigert, mit der begründung, dass der arzt dazu nicht befugt sei und der kranke abhängig werden könnte. Zu dem zeitpunkt hatte er noch etwa 2 monate zu leben, die er, wie er selbst sagte, gern als morphinist verbracht hatte. Er litt unter starken schmerzen, hat aber auf eigenen wunsch das krankenhaus verlassen. Das ist möglich. Die Ärzte im Krankenhaus waren verpflichtet, alles zu versuchen sein leben zu erhalten. Ziemlicher schwachsinn, wenn das ende in sicht ist.
    Jemand anders aus meinem bekanntenkreis ist in ein sterbehospiz gegangen. Dort wird unter anderen bedingungen behandelt, bzw. gepflegt, und es ist möglich, ausreichende schmerzmittel und betreuung oder sterbebegleitung zu erhalten.
    Versuch mal, deinen freund aus den fängen der lebenserhalter zu befreien. lieben gruß,
    d.
     
  5. macKnall

    macKnall Halbtagsphilosoph

    Meine damals 85-jährige Mutter drei Tage vor ihrem Ableben (welches ich eigentlich schonungslos als Verrecken bezeichnen muss):

    Jedem Hund gäbe man eine Spritze…
     
  6. akiem

    akiem New Member

    das geht nicht mehr da nicht mehr transportfähig. zuhause ist eine komplett eingerichtete pflegestation mit hydraulig sitz über der badewanne, elektrisches krankenbett, spezieller krankenstuhl, beathmungsgerät ect. hat die allgemeinheit zigtausende euro gekostet.
    wird aber problemlos genehmigt ob notwendig oder nicht. zu hause verschreibt auch der hausarzt morphium satt. pro rezept 1180.-- euro/wochenration. der patient ist aus dem budget des hausarztes herausgenommen, da ist es dem hausarzt egal was und wieviel er verschreibt.

    nur dieser drecksarzt im krankenhaus hat ihn von ich glaube 400 morphium auf auf 200 in begrenzter anzahl gesetzt. die zahlen müssen jetzt nicht stimmen bin und war zu aufgeregt. aber es war ein bekannter dabei, der hat aufs diktiergerät gesprochen und wird als anwalt jetzt dagegen vorgehen.
     
  7. macKnall

    macKnall Halbtagsphilosoph

    Was tun?

    *ratlos*
     
  8. akiem

    akiem New Member


    du als angehöriger, verwandter, freund usw. kannst nichts dagegen tun.
    du kannst nur druck machen und solche misstände vorort öffentlich machen.

    und wie gesagt für dich selbst rechtzeitig vorsorgen. damit du nicht in einem altenheim, pflegeheim, krankenstation oder "endbunker" wie das vielleicht in ein paar jahren heißt, elendiglich unter höllenqualen verreckst.
     
  9. donald105

    donald105 New Member

    um gottes willen!
    mir stehen die tränen in den augen.
    kennst du nicht einen arzt für palliativ-medizin, der da als besucher hingehen kann und heimlich.... ?
    das ist ein skandal.
     
  10. iGelb

    iGelb New Member

    Alles klar, dann nehm ich's zurück. Ich meinte im Grunde die ganze vertrackte Rechtslage und den inhumanen Lebensverlängerungshokuspokus, dem unsere Gesellschaft verfallen ist. Warum diese panische Angst vor dem Tod? Sie ist ein gutes Zeichen dafür, dass mit unserer Gesellschaft etwas Grundsätzliches nicht in Ordnung ist.
     
  11. akiem

    akiem New Member

    was ist palliativ medizin?
     
  12. donald105

    donald105 New Member

    diejenige, die sich nicht mit lebenserhaltung, sondern mit menschenwürdigem sterben befasst.
     
  13. donald105

    donald105 New Member

    diejenige, die sich nicht mit lebenserhaltung, sondern mit menschenwürdigem sterben befasst.
    www.stmas.bayern.de/krankenhaus/hospiz/palliativ.htm
     
  14. akiem

    akiem New Member

    als ich die frage abgeschickt hatte wusste ich es wieder :)

    klar hospiz/sterbebegleitung. ja ich werde in der richtung für die zukunft für mich und meine familie sofort was tun wie im eingangsposting geschrieben.

    nur nachträglich geht da nichts. erstens musst du mitglied in einem hospitz/sterbegleitungverein sein. 2. musst du auch für später einen anwartschaft auf einen freien platz bekommen. bei uns ist ein hospiz da besteht momentan eine aufnahmesperre.
     
  15. donald105

    donald105 New Member

    vielleicht willst du versuchen, den casus einem solchen arzt einmal zu beschreiben? vielleicht gibt es doch eine möglichkeit.
    auf jeden fall alle guten wünsche für deinen verwandten von hier nach dort.
    lieben gruß,
    d.
     
  16. meisterleise

    meisterleise Active Member

    Ich hoffe nur, dass ich niemals in die Situation komme, sterben zu wollen, es aber selbstständig nicht mehr ausführen zu können.
     
  17. AERO

    AERO New Member

    Dann will ich mal für die Ärzte in die Bresche springen,

    die jüngeren Ärzte haben in der Regel keine Probleme hochdosierte Opiate zugeben.

    Das Problem sind meist die alten Chefs und die alten Oberärzte, diese haben aus unverständlichen Gründen eine wahnsinnige Angst vor den Nebenwirkungen. Das jüngere Kollegen so handeln ist - denke ich - eher die Ausnahme.

    Praktisch kann man dieses Problem dadurch umgehen, dass man sich primär mit dem Stationsarzt abspricht, dieser hat eher die Chance seinem OA oder CA davon zu überzeugen.
    Als Privatpatient hat man in der Regel nicht diese Möglichkeit, dann ist man dem Chef mehr-oder-weniger ausgeliefert. Aber auch hier ändern sich langsam die Ansichten.

    Ich persönlich habe nur an Häusern gearbeitet die eine Palliativstation im Hause hatten und kann daher diese negativen Erfahrungen so nicht bestätigen.

    Mit der Anwaltsschiene wäre ich vorsichtig, in diesem Moment geht der Arzt in Deckung und beruft sich nur noch auf den rechtlichen und ethischen Aspekt. Auch passive Sterbehilfe ist letztlich noch eine Grauzone.
    Als Arzt reagiert man ausgesprochen empfindlich auf Anwälte, und dies geht letztlich auf Kosten des Patienten.
     
  18. akiem

    akiem New Member

    am empfindlichsten reagiert der schwerstkranke.
    der hat den ganzen mist auszuhalten.
     
  19. AERO

    AERO New Member

    natürlich, dies war auch lediglich ein
    Hinweis wie man doch noch an ausreichende
    Schmerzmedikation kommt, quasi ein Tip aus der
    Praxis
     
  20. akiem

    akiem New Member

    :) ich habe es auch so verstanden.

    es sind in den letzten 2 woche viele gespräche bis zum verwaltungschef gelaufen. ich bin nicht der direkte angehörige, bekomme es aber natürlich life mit. das problem sind ganz klar die internen machtkämpfe und die ego trips der ärzte in dem krankenhaus. kommunikation unter den ärzten wird panisch vermieden. die schwestern und die oberschwester sind restlos überlastet und nach einer längeren unterhaltung (lang heisst 3-4 minuten) zeigt sich angst vor initative und angst um den arbeitsplatz.
     

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