1. Liebe Forumsgemeinde,

    aufgrund der Bestimmungen, die sich aus der DSGVO ergeben, müssten umfangreiche Anpassungen am Forum vorgenommen werden, die sich für uns nicht wirtschaftlich abbilden lassen. Daher haben wir uns entschlossen, das Forum in seiner aktuellen Form zu archivieren und online bereit zu stellen, jedoch keine Neuanmeldungen oder neuen Kommentare mehr zuzulassen. So ist sichergestellt, dass das gesammelte Wissen nicht verloren geht, und wir die Seite dennoch DSGVO-konform zur Verfügung stellen können.
    Dies wird in den nächsten Tagen umgesetzt.

    Wir danken allen, die sich in den letzten Jahren für Hilfesuchende und auch für das Forum selbst engagiert haben.

Neue Rechtschreibung ade... beim Spiegel

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von benz, 6. August 2004.

  1. benjii

    benjii New Member

    Nun, ich denke aber doch, dass mit der Entscheidung des Spiegels und des Springer-Verlags die Reform so gut wie gekippt ist, macixus.

    Generell hast du Recht, dass sprachliche Entwicklungen nicht vorgeschrieben werden sollten. Doch es kann auch anders herum gehen: Keiner hätte in 30 Jahren noch gewusst, dass das "dass", das sich jetzt schon ziemlich weit durchgesetzt hat, durch eine Reform eingeführt worden war. Das war im Übrigen auch eine der neuen Regelungen, die ich sehr nachvollziehbar fand.

    Ansonsten sollte auch bedacht werden, dass die schönste deutsche Literatur zu Zeiten geschrieben wurde, als die Rechtschreibung auch noch ein Stück weit Ermessenssache des Einzelnen war. Ich jedenfalls kann pedantische Rechtschreib-Polizisten nicht besonders leiden.
     
  2. ekaat

    ekaat ich bin auf dem sofa

    ich fühl mich einfach nur verarscht!
    :ring:
     
  3. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ja, endlich, mein von langer Hand geplanter Coup geht auf!
     
  4. benz

    benz New Member

    Ein Coup wäre gar nicht schlecht. Aber nur in Verbindung mit einem Glas Mineralwasser, weil sonst die Silben so auf der Zunge kleben...
     
  5. akiem

    akiem New Member

    blödsinn! seit wann bestimmt der spiegel oder sonst ein blättchen welche rechtschreibung in deutschland zum standart wird. die neue rechtschreibung wurde zwar schnell und diletantisch eingeführt, war aber notwendig und sollte schnellstens zur endfassung nachgebessert werden.

    richtig ist, dass das grösste übel pedantische rechtschreibpolizisten sind. magenkranke pfennigfuchser die sogar in sowas banalem wie einem forum gespannt auf der lauer liegen.
     
  6. meisterleise

    meisterleise Active Member

    Ja, genau dabei wird mir auch übel. Und wenn es dann auch noch solche Volksaufhetzer wie Springer sind, umso mehr.
    Allein der Umstand, dass Springer dagegen ist und diese Verlage die Arroganz besitzen und sich einbilden, sie seien das Rechtschreibgesetz, ist ein Grund, die Sache durchzuziehen.
     
  7. meisterleise

    meisterleise Active Member

    Abgesehen davon ist es ein bisschen spät, jetzt noch boykottieren zu wollen. Es ist bereits eine Generation am Aufwachsen, die ausschließlich mit der neuen Rechtschreibung lesen und schreiben gelernt hat.
     
  8. meisterleise

    meisterleise Active Member

    Die Reform ist definitiv eine Vereinfachung. Dass man es dabei nicht jedem Recht machen konnte, bleibt nicht aus. Wer die Reform jedoch boykottiert, tut dies im Grunde doch nur aus einem Grund:
    Er kann und oder will sich nicht mehr an Neues gewöhnen. Es geht ihm nicht um nachfolgende Generationen, sondern einfach nur um sich selbst. Bild-leser schreien dabei besonders laut – selbst wenn sie nicht einmal die alte Rechtschreibung verstanden haben.
     
  9. benz

    benz New Member

    Ehrlich gesagt, ist es mir persönlich egal, welche Rechtschreibung gilt - neu oder alt. Ich habe beide Lernen müssen/dürfen.
    Aber ich brauche für meine Arbeit eine verbindliche Regelung und zwar heute schon. Ich kann nicht wie ein gewisser Schriftsteller einfach sagen, ich schreibe (oder eben lehre) weiter, wie ich will. Die amtliche Regelung heute sagt mir, dass ich die neue Rechtschreibung zu unterrichten habe.

    PS: Ich bin kein pedantischer Rechtschreibepolizist. Mir unterlaufen selbst immer wieder grossartige Fehler. (Das Forum ist gespickt davon!)
     
  10. meisterleise

    meisterleise Active Member

    @benz
    Nur mal so interessehalber – was unterrichtest du denn? Mathe oder Deutsch, Gymnasium oder Grundschule?
     
  11. benz

    benz New Member

    Ich bin in der Schweiz schulischer Sonderpädagoge. Ich unterrichte eine Klasse der 7.-9. Klasse. Es sind ausschliesslich Jugendliche mit Verhaltens- oder/und Lernschwierigkeiten. Rechtschreibung ist in diesem Bereich nur ein Randproblem. Ich unterrichte mit Ausnahme von Kochen, Zeichnen und Werken alles. Der Job gefällt mir noch immer sehr.

    Gruss benz
     
  12. mac-christian

    mac-christian Active Member

    Sorry, aber was hat das mit "den Deutschen" zu tun?

    Es gibt z.B. noch die Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Belgien, Namibia - da ist die deutsche Sprache überall (mindestens teilweise) Amts- oder Landessprache.

    Somit müsste eine Umkehr zur "alten" Schreibung auch von diesen Ländern mitgetragen werden, wie schon damals bei der Reform.

    Christian.
     
  13. macKnall

    macKnall Halbtagsphilosoph


     
  14. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Nichts.

    Du hast recht und ich habe vor dem Schreiben zu wenig nachgedacht. Gemeint waren all die, die Deutsch sprechen. :embar:
     
  15. mac-christian

    mac-christian Active Member

    Dein Beispiel steht für eine der unsäglichsten Eigenschaften der deutschen Sprache: jene der Bildung von Bandwurm-Wörtern. Und die willst du wirklich beibehalten? Keine andere mir bekannte Sprache lässt so was zu.

    Christian.
     
  16. TOCAMAC

    TOCAMAC Alles wird gut.

    Welches Recht nehmen sich Wirtschaft (und dazu gehören auch die Verlage) und Interessenverbände eigentlich heraus, jegliche politische Entscheidung mit aller Kraft auszuhebeln.

    Sämtliche Reformen, auch diejenigen welche auf guten Ansätzen beruhen, werden prinzipiell auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner gestutzt, nur um keine Abstriche von irgendwelchen Pfründen machen zu müssen.

    Wie können es sich Interessenvertreter von Industrie, Gewerkschaften, Opposition u.s.w. erlauben, gegen eine schlechte Politik zu wettern, obwohl sie diese maßgeblich mit zu verantworten haben.

    Die Initiative von Spiegel und Springer gegen die Rechtschreibreform (so gut oder schlecht sie sein mag) ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie politische Kultur unter dem Deckmäntelchen der öffentlichen Meinung durch schieren Populismus um der Quote, der Gewinne oder der Auflage willen demontiert wird.
     
  17. meisterleise

    meisterleise Active Member

    > Es gibt z.B. noch die Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Belgien, Namibia

    Da weiß ich nicht so genau bescheid. Aber wer sagt, dass diese Länder sichh da anschließen sollen, wollen, müssen.

    Soweit ich weiß, un da kann benz uns ja etwas zu sagen, gibt es in der Schweiz auch nicht das ß.
     
  18. ab

    ab New Member

    Das Problem liegt darin begründet, dass die Tätigkeit des Schreibens nicht nur reine Kommunikation von Sachverhalten darstellt- sondern eben auch "Kunst". Selbst bei Journalisten - wenn's nicht gerade eine simple dpa Mitteilung ist, die sich auf Fakten beschränkt.

    Und Kunstschaffenden bürokratischerweise vorzuschreiben, wie sie ihr Handwerk zu pflegen hätten, das nenne ich Diktatur. — Auch ich waigere mich standhaft, maine Schraiberzoignisse nach der noien Rechtschraibung abzuliifern.

    Sprache verwickelt und entwickelt sich von ganz alleine. Man kann ja über ein Jahrzehnt oder zwei mehrere Schreibweisen "zulassen" und dann sehen, wohin die Reise geht.

    ab
     
  19. macKnall

    macKnall Halbtagsphilosoph

    Dieweil bei benzens noch das Haushalten angesagt ist, springe ich für meinen Kollegen ein:
    Da hast Du recht: das ß gibt es tatsächlich nicht in der Schweiz. Ich habe aber noch niemanden getroffen, der es wirklich vermissen würde.
     
  20. donald105

    donald105 New Member

    ah, hier ist er ja, der eigentliche rechtschreibthread...

    Springer hat mich ja nun nicht überrascht, aber der Spiegel... hm.
    Mich hat die Rechtschreibreform größten Teils beglückt, ist doch wirklich einiges logischer geworden. Anderes nun wieder nicht. Ich wäre sehr glücklich, wenn man sich auf eine Nachbesserung einigen könnte. Zurück zur alten Schreibweise möchte ICH nicht mehr. Da gab's ja fast mehr Ausnahmen als Standards.
    In der Kunst (auch der Kunst der Schriftstellerei) war die Rechtschreibung noch nie bindend, und um einen Sachverhalt treffend darzustellen, ist es immer erlaubt, Worte ein bisschen zu verändern. Es ist aber gut, eine verbindliche Norm zu vereinbaren - eine Regel für den täglichen Gebrauch und allgemeine Verständlichkeit. Und da sollten sich Redakteure nicht für Schriftsteller halten. WATSCHE links und rechts, Ihr schlamperten Schreiberlinge!
    Die Bild wimmelt von Rechtschreibfehlern - alt oder neu. Die sollten sich mal zu allervorderst geschlossen halten.

    Nur wer die regeln kennt, darf sie brechen.
     

Diese Seite empfehlen