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Neue Rechtschreibung ade... beim Spiegel

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von benz, 6. August 2004.

  1. turik

    turik New Member

    Nach "blättchen" fehlt ein Komma.
    "Dilettantisch" hat zwei "t".

    Es hat noch mehr Fehler.



    *schnellabtauch*
     
  2. TOCAMAC

    TOCAMAC Alles wird gut.

    Was mich an diesem (und nicht nur diesem) Thema am meisten nervt ist, wie zur Rechtfertigung eigener Belange Volkes Meinung vorgeschoben wird:

    In diesem Falle die Umfrage unter den Spiegel Online Lesern. Man muß sich über das Ergebnis der Abstimmung nicht wundern, ist der Beitrag doch so tendenziell gehalten, dass es sich kaum noch überbieten lässt.

    Über das Ergebnis einer Umfrage, wie BILD sie sicherlich demnächst in gewohnt populistischer Weise anheizen und durchführen wird, braucht man nicht zu spekulieren.

    Wie schon gesagt: Letztlich dient der ganze Zirkus nur zur Hebung der Auflage und damit des Umsatzes.
     
  3. benz

    benz New Member

    Was ich heute eben im Radio (Schweizer Radio DRS 1 - Echo der Zeit) gehört habe ist, dass beispielsweise die NZZ eine "eigene" Rechtschreibung hat. Der Beitrag kann hier mit Real gehört werden. Finde die Sendung recht gelungen.

    Gruss benz

    PS: Danke macKnall fürs Einspringen!
     
  4. maiden

    maiden Lever duat us slav

    ebent.
    Zurück zur alten Schreibweise! Verwirrung enstand ja nur durch die Einführung der neuen Regeln, die in weiten Teilen einfach grotesk sind und die niemand brauchte und fast niemand wollte.
     
  5. macKnall

    macKnall Halbtagsphilosoph

    Genau deshalb habe ich die Regeln erlernt. Erst dann lässt sich trefflich spielen mit Worten. Es liesse sich auch arbeiten damit, ich weiss…
    Spielen ist reizvoller.
     
  6. phil-o

    phil-o New Member

    Obwohl ich grundsätzlich der neuen deutschen Rechtschreibung kritisch gegenüber stehe, halte ich die Enscheidung von Spiegel und Co. für absolut kontraproduktiv und schamlos populistisch. Es geht bei so etwas wie einer einheitlichen Rechtschreibung nicht im geringsten darum, ob man sich bei Abweichungen davon auf vermeintlich "demokratische Forderungen" beruft, noch dazu wenn man nicht einmal halbwegs sicher sagen kann, was denn das "deutsche Volk" sich zu dem Thema tatsächlich denkt. Im populistischen Strudel, das umzusetzen, was vermeintlich "alle wollen", das zu schreiben, was alle hören wollen, offenbart der Spiegel eine gefährliche Tendenz, die im Falle der Rechtschreibung gerade da ihre Opfer fordert, wo am wenigsten Mitsprachemöglichkeit besteht: bei den Schülern
    nämlich, die seit fünf Jahren nach dieser unseligen Reform ihre Rechtschreibung orientieren. Die Zersplitterung einer zumindest angstrebten Einheitlichkeit im Bereich der
    Rechtschreibung kann nirgendwo anders als in einem orthographischen Supergau enden, nach dem schließlich jeder mindestens fünf Jahre nach eigenem Gusto schreiben kann und
    muss (denn so lange müsste eine Übergangszeit sein, würde die alte Rechtschreibung wieder zur neuen erklärt). Will man überhaupt so etwas wie eine einheitliche Rechtschreibung, und dazu bekennt sich vermutlich auch der Spiegel-Verlag, dessen
    Union mit Springer per se ja schon nicht gerade schmeichelhaft ist, haben, die festlegt, wie man seine Buchstaben zu ordnen hat, so darf man keine bestehende Regelung im Dienste
    des Populismus zur Hölle schicken, sondern hat darauf zu warten, bis eine einheitliche Regelung, die vielleicht auch von der jetzigen abweicht, in Kraft tritt. Man legalisiert
    genausowenig Marihuana, indem man ihn raucht, wie man eine neue alte Rechtschreibung legitimiert, indem man von der bestehenden "abspringert".

    Zu Macixus:
    Es war falsch, über die Köpfe der Deutschen hinweg eine neue Rechtschreibung zu verordnen.

    Ähem, sorry, aber wie bitteschön soll man denn sonst eine einheitliche Rechtschreibung zustande bringen? Noch dazu ist die Politik schließlich genau zu diesem Zwecke da, dadurch nämlich, dass wir diese Idioten, die da oben hocken, wählen.

    Ich halte für den einzig sinnvollen Weg, eine Umkehr der neuen Rechtschreibung durchzuführen, diese Umkehr mindestens noch zehn Jahre zu verschieben, damit "einheitlich" von der dann altneuen auf die neualte Rechtschreibung umgestiegen wird und nicht in der Zwischenzeit jeder seinen Quark verzapfen kann. Außerdem: wer will eigentlich die Milliarden für die sonst notwendige Umstellung von Schulliteratur berappen, die gerade in neuer Rechtschreibung angeschafft wurde?

    Ißt doch Scheissße, das!!
     
  7. meisterleise

    meisterleise Active Member

    Da Frage ich mich allerdings, wie ihr Maße und Masse auseinanderhaltet? Aber bei den Schweizern, Bayern, Österreichern und vielen anderen Extremdialektikern frage ich mich sowieso, wie sie Sprechen und Schreiben auseinanderhalten… :rolleyes:

    > Ich halte für den einzig sinnvollen Weg, eine Umkehr der neuen Rechtschreibung durchzuführen

    Wie du selber schon anfangs gesagt hast: Es gibt Menschen, die lernen diese Rechtschreibung bereits seit 5 (!) Jahren! Es lässt sich meiner Meinung nach nnicht mehr stoppen.



    Trotzdem wünsche ich allen - auch den Gegnern der Reform :D - ein schönes, heißes Wochenende!

    gruß meisterleise
     
  8. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Nichts gegen Zitate, aber alles, wenn man sie aus dem Zusammenhang reißt.

    Im Anschluss an den von dir zitierten Satz steht, warum ich das für falsch halte - wie der von mir zitierte Spiegel-Satz bin ich inhaltlich der Auffassung, dass Sprach-Regeln der Sprach-Evolution folgen und nicht vorauseilen.

    Auch ich meine, dass wir durchaus ein gültiges und einheitliches Sprachregelwerk brauchen (Wörterbuch und Grammatik), um den sprachlichen Umgang miteinander zu erleichtern. Dazu bedarf es aber keiner Politiker - die haben (Zyniker sagen "hätten") Wichtigeres zu tun.
     
  9. donald105

    donald105 New Member

    in der tat lässt sich trefflich spielen mit worten. Und ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig spieler es gibt. Eine der krönungsmessen war folgende korrektur:
    einer der weltbesten texter hatte für den vw käfer anno zwirn die schöne head geschrieben:
    Der Ervolkswagen.
    Ca. 3o Jahre später hatten wir eine retrospektive, und der lektor (deutsch geboren, studium an der sorbonne) korrigierte:
    Der Erfolgswagen.

    Tja. Witz und Intelligenz sind nicht lernbar. Auch nicht an der Sorbonne.
     
  10. phil-o

    phil-o New Member

    Ich muss dir leider widersprechen. Denn genau der Idee, dass Sprach-Regeln der Sprach-Evolution folgen und nicht vorauseilen oder hinterherhinken sollen, war ja gerade das Motiv für die Rechtschreibreform. Der Rückgang zur alten Rechtschreibung wird gerade der Sprach-Evolution nicht gerecht, noch weniger als die "neue" Rechtschreibung. Vorauseilend ist die neue Rechtschreibung keineswegs, sie versucht vielmehr, mit der Sprachevolution Schritt zu halten. Sie kann dies aber dummerweise genausowenig wie ihr vorauseilen, allein deshalb schon nicht, weil es ohnehin völliger Mumpitz ist, das geschriebene Wort in eine solche Relation zum gesprochenen zu setzen (natürlich liegt darin auch der Fehler des Motivs zur neuen Rechtschreibreform). Denn die Rechtschreibung besteht in nichts anderem, als eine kanonische FORM für für schriftliche Inhalte festzulegen, nicht einmal für gesprochene. Was wie gesprochen wird, wird ohnehin von der Rechtschreibung nicht tangiert, sondern lediglich die Form, welche das geschriebene Wort annimmt. Ebensowenig tangiert die Rechtschreibreform die Sprachregeln, die du anführst, denn diese richten sich nach grammatikalischen Regeln, die von der Rechtschreibreform völlig unberührt sind. Die Diskussion über Sprachregeln gehört daher einem anderen Diskurs an als die über die Rechtschreibreform.

    Wie du vermutlich merkst, bin ich keineswegs ein Verfechter der fraglos missratenen Rechtschreibreform. Aber das, was Spiegel und Co. gerade verbrechen, ist billigster Populismus, der auf dem Rücken derer ausgetragen wird, die mit der neuen Rechtschreibung gerade aufgewachsen sind, und die ohnehin schon durch die Übergangsregelung genügend verunsichert sind. Wenn ich schon jetzt in Hausarbeiten Kraut und Rüben lese, was die Rechtschreibung angeht, dann will ich nicht wissen, was da auf uns noch zukommt :wuerg:

    Zu der Sache mit dem "aus dem Kontext gerissen": ich wüsste nicht, wo ich dich an dieser Stelle mißverstanden hätte.

    Zu der "Sache der Politiker": DOCH, es ist GERADE Sache der Politiker, eine Rechtschreibreform zu verhängen, auch wenn es Sache von Linguisten und Semantikern ist, die Rechtschreibung inhaltlich zu formen. Es gibt keine andere Instanz in einem Staat, die eine solche Reform beschließen könnte oder dürfte, denn Einheitlichkeit kann NUR über Köpfe hinweg hergestellt werden.

    Komm, lass uns noch ein bisschen streiten, es macht gerade so'n Spass :D
     
  11. donald105

    donald105 New Member

    APPLAUS! Bis auf die tatsache, dass die rechtschreibreform nicht verhängt wurde, sie wurde beschlossen - es sei denn, du betrachtetest sie als als strafe.
    Und (nicht nur) meiner meinung nach war das überfällig und noch nicht konsequent genug. Aber sowas lässt sich ja ändern.
    Es entbehrt inzwischen nicht einiger komik: alle wollen reformen, aber wenn sie kommen, gibt's ein riesengeschrei.
    Am besten, wir machen die ewig-gestrigen ein und die gläser erst auf, wenn alles so richtig 1a ist - am sankt nimmerleinstag. Juhu!
     
  12. mac-christian

    mac-christian Active Member

    Tja, da haben wir Euch Teutonen eben etwas voraus... :D

    Christian.
     
  13. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Mag ja sein - aber ich wiederhole mich so ungern.

    Ausserdem ist mir die Motivation sowohl für die alte als auch für die neue Rechtschreibung wurscht - mich interessieren eher die "wahren" Motive der Zeitschriftenverlage sowie die Folgen für die Ausbildung unserer Kinder.

    Erstere werden wir (vorerst?) nicht erfahren und letztere kann man sich recht gut ausmalen.
     
  14. phil-o

    phil-o New Member

    Danke :embar: In einem gewissen Sinne verstehe ich die Rechtschreibreform tatsächlich als Strafe :D

    Übrigens hat sich dein Vogel ganz schön komisch verändert. Er ist so blass geworden und nickt gar nicht mehr. Geht's ihm nicht gut?

    Gruß
    Olli
     
  15. donald105

    donald105 New Member

    Jöö, nu, versprochen war zum 1.000 ein neues bild. Aber donald macht zurzeit keine faxen und artistik, er wandelt auf freiersfüßen und ist entsprechend umnebelt. Wenn er den kopf wieder klar hat, gibt's donaldfaxenmacher neu. versprochen!
     
  16. mac-christian

    mac-christian Active Member

    Ein grundsätzlicher Gedanke:

    Jede Sprache ändert sich im Lauf der Zeit. Die Art, wie man zur Zeit Luthers sprach - aber auch die Art, wie man vor 100 oder 50 Jahren sprach - ist nicht das, was man heute spricht.

    Die geschriebene Sprache muss sich der gesprochenen Sprache anpassen. Damit meine ich jetzt aber nicht Regeln über ß oder ss, oder Gross-/Kleinschreibung, sondern andere Dinge.

    Was geschieht, wenn die Schreibe nicht erneuert wird, sieht man beispielhaft am Englischen und auch am Französischen. Dort bedeuten gleiche Zeichen in gleicher Anordnung nicht mehr zwingend die gleichen Laute. Das ist wohl das Schlimmste, was einer Sprache passieren kann.

    Wollen wir wirklich die Rechtschreibung für die nächsten 500 Jahre fest zementieren, damit allfällige Deutsch-Studenten es später mal nicht allzu leicht haben, diese Sprache zu lernen?

    Ich meine, es ist einfacher, jetzt in kleinen Schritten Anpassungen vorzunehmen, die eigentlich niemandem weh tun!

    Schönes Wochenende allerseits,

    Christian.
     
  17. phil-o

    phil-o New Member

    Mönsch, jetz sei ma nich'n Spielverderber :angry:

    Wenn dich die "wahren Motive der Zeitschriftenverlage" interessieren, dann könntest du dem Spiegel aber für meinen Geschmack etwas kritischer gegenüberstehen. Meine These zu den Motiven der Zeitschriftenverlage: Rückkehr zur alten Rechtschreibung, um als Speerspitze eines vermeintlichen "Volkswillens" gelten zu dürfen, was für ein linksliberales Blatt wie den Spiegel heißt: Wir folgen dem aktuellen Willen des Volkes und deshalb mag uns das Volk und deshalb verkaufen wir mehr Papier. Für rechte Blätter heißt das, da der Volkswille ohnehin mit dem Willen der alten konservativen Stammtischsäcke gleichgesetzt wird: Rückkehr zur wahren, ewig richtigen Rechtschreibung: Wir folgen dem Willen des Stammtischs und da unser Papier all diejenigen kaufen, die Reformen per se scheiße finden, sind wir nahe am Volk und das Volk kauft uns.

    Gruß
    Olli
     
  18. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Das hätten die "geldgeilen" Verlage schon bei jedem Reformschrittchen haben können. So einfach wie am Stammtisch ist das aber m.E. nicht aufzudröseln.

    Daneben wären ja andere Verlage mehr als blöd, dem Volksmund nicht hinterherzuhecheln.
     
  19. phil-o

    phil-o New Member

    Genau, deswegen kommen sie nämlich alle ins Grübeln :)

    Übrigens sind Verlage heute primär geldgeil, leider sind die meisten (welche natürlich gerade nicht die geldgeilsten sind) aber auch darauf angewiesen...

    ... und nein, das hätten sie nicht bei jedem Reformschrittchen haben können, auch wenn du recht hast, dass das Stammtischargument nicht uneingeschränkt zieht. Denn die Verlage haben's geschickt gestrickt: sie haben erst die eigene Rechtschreibung umgestellt, als in der Politik selbst Kontroversen über die REchtschreibreform aufgebrochen sind und können jetzt schamlos als Printmedien ihre datensetzende Macht ausspielen, um selbst in die Politik einzugreifen. Der Zeitpunkt ist also geschickt gewählt, das Profitargument läuft nur unter einem Deckmantel durch die Gegend.
     
  20. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Du meinst also, da steckt son richtiga MASTERPLAN hinter?

    *amsackkratzundinsgrübelnverfall*
     

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