1. Liebe Forumsgemeinde,

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unsere arbeitslosen sind plegmatisch,

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von akiem, 6. Juli 2004.

  1. benjii

    benjii New Member

    Gut, ich definiere näher: Ich war mit deinen verbalen Ausfällen gebenüber mac-bitch und dem neuen User, der den Fehler gemacht hatte, seinen Nick-Namen groß zu schreiben, nicht einverstanden. Reicht das?
     
  2. MacDragon

    MacDragon New Member


    Ist halt schon merkwürdig wieso heute man mit 40 keine Chance mehr auf Neueinstellung hat, weil man ÜBERqualifiziert ist....

    @benji
    Diese Angst habe ich auch, wenn es so weiter geht wie bisher. Stumm halt auch, weil die alten Argumente aus linkem und rechtem Lager auch nicht mehr greifen. Wie soll man zu einem Phänomen wie es derzeit in D existiert (und totgelabert weird von Sabine C. und Konsorten statt wie der Schmidt und Strauss und Kohl auf N3 mit der Pfeife im Mund zu diskutierren. Habt ihr das mal gesehen? Da redet jder mindestens fünf bis zehn minuten OHNE Unterbrechung. Dann folgt gesittet die Antwort. Das ganze Studio ist bläulich verqualmt. Selbst 20 Jahre später noch geil zu gucken nachts um 2), Stellung nehmen, wenn es einem dauernd entgleitet, da es halt nicht mehr greifbar ist mit den Werkzeugen die Standardmäßig in der Vergangenheit dafür bereitstanden?
     
  3. maiden

    maiden Lever duat us slav

    kurze Statements sind heute umso wichtiger, je verblödeter das Fernsehpublikum wird.

    Container-und-Co-, VIVA- und Gucker anderer Brüll- und Schwafelsender sind mit einfach verschachtelten Sätzchen und der Erklärungen komplizierter Sachverhalte von mehr als 30 Sekunden Dauer bereits überfordert.

    Und Zeitung liest man eh nur wegen dem Sport-Teil oder 11 cm großen Überschriften
     
  4. benjii

    benjii New Member

    Ja, das stimmt, die alten Argumente und auch die Lager stimmen nicht mehr. Wird wirklich Zeit für neue Denkansätze.
     
  5. akiem

    akiem New Member

    das ist ganz einfach. ab 1.1.05 werden wir hunderttausende neue "arme"
    haben. die grösste sauerrei ist die abstrafung der menschen die z.b. 40 jahre gearbeitet haben. brav ihre abgaben bezahlt haben, sich ein bescheidenes häuschen und ein kleines sparvermögen zur alterversorgung geschaffen haben. die haben dann ev. das pech, dass sie mit z.b. 53 unverschuldet arbeitslos werden. ab dem 2. jahr wird denen dann bis zum renteneintritt anteilmässig das bischen angeschaffte weggenommen.

    aber es wird so kommen, dass sie alle eine kleine frist haben wie bei der autobahngebühr. die deppen in berlin sind nichtmal fähig das harzkonzept zum 1.1.05 anlaufen zu lassen. es gibt weder eine funktionierende software noch die infrastruktur in den ländern. vielleicht wachen sie noch auf und bemerken was mit dem arbeitslosengeld 2 falsch läuft.
     
  6. sepp

    sepp New Member

    nun zofft euch mal nicht!

    haut lieber den ausbeutern eins vors schienbein.

    wichtig ist:

    seine/ihre interessen zu erkennen und versuchen diese durchzusetzen.

    ist´s mehrarbeit und wenigerlohn? auch recht, dummheit stirbt auf lange sicht doch aus.

    ist´s arbeit für alle und gerechte entlohnung? auf die barrikaden!

    sollen diese arbeitsexportierer ihre teueren produkte gleich mitnehmen und bei den noch mehr ausgebeuteteren entwicklungsländern versuchen an den mann/die frau zu bringen!

    kämpferisch

    sepp
     
  7. akiem

    akiem New Member

    das versucht ja gerade die "vereinigte autoindustrie" in china dem angeblichen allheilmarkt im exportgeschäft. mittlerweile bekommen sie aber ordentlich keile. die spezialisten von bmw-db-audi ect. haben festgestellt, dass jeder chinese so ein schönes auto will, aber überhaupt keine kohle hat. kein problem meinten die superschlauen. dem kleinen chinesen finanzieren wir das. aber nicht nach den europäischen pisa 2 gepflogenheiten. nein wir nehmen "china 1", also keine sicherheiten.

    mittlerweile habe die superschlauen festgestellt, dass der kleine chinese aber auch kein geld hat die raten zu bezahlen. macht nichts. da schreibt halt die vw/audibank 1.2 milliarden euros kreditforderungen in den wind. bmw, db, ect. kopieren natürlich diesen genialen plan und kommen überein, das lassen wir den kleinen europäer zahlen.

    so funktioniert marktwirtschaft.

     
  8. Ollimac

    Ollimac New Member

    Die BMWs und DCs werden aber momentan noch hier in Deutschland gebaut, das gleicht das zumindest teilweise wieder aus.
     
  9. akiem

    akiem New Member

    mhh..wo habe ich denn was von bauen geschrieben? ich sprach von export nach china und da ist selbstverständlich bmw und mercedes schon vor 3 jahren dick eingestiegen und sie vernichten millionen an vermögen.
     
  10. maiden

    maiden Lever duat us slav

    macht doch nichts. Bei der nächsten Steuerzahlung/erstattung wird sich das schon irgendwie dem deutschen Steuerzahler auf´s Auge drücken lassen. Und ein Herr Schrempp nimmt noch gleich ein paar Millionen an Abfindung oder Erfolgsprämie mit bevor er den Konzern in Richtung anderes Millionengehalt verläßt.
     
  11. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Wenn ich überlege, wie die 35-Stunden-Woche (die in den wenigstens Branchen existiert, im Schnitt werden in Deutschland 37,7 Stunden gearbeitet, in Frankreich 35, in Griechenland am meisten: 40!) eingeführt wurde. Das gab es nicht umsonst, sondern wurde mit Lohnzurückhaltung bei früheren Tarifrunden bezahlt. Jetzt wird das alles rückabgewickelt, allerdings wird sogar ein geringer Lohnausgleich abgelehnt.

    Irgendwie brechen jetzt alle Dämme. Was ich alles an Forderungen höre macht mir – und nicht nur mir – Angst. Daß dies das ideale Klima für eine verstärkte Inlandsnachfrage ist, wage ich zu bezweifeln. Genauso wie ich zu bezweifeln wage, daß dadurch mehr Menschen in Brot und Arbeit kommen. Innovationen, die weiterhin Arbeitsplätze vernichten (wir freuen uns doch auch über immer schnellere Macs), werden kaum eingestellt, wenn die menschliche Arbeitskraft für weniger Geld zu haben ist.

    Mir fällt ja auch nichts Tolles ein. So ist es aber der falsche Weg. Völker werden praktisch gegeneinander ausgepielt. Wenn die Siemensarbeiter jetzt für tschechische Löhne arbeiten, dann werden sich die Tschechen wieder etwas einfallen lassen. Denen ist Armut weniger fremd als uns.

    Die Konzerne haben doch heute schon teilweise mehr Macht als Staaten. Und um diese Macht noch zu verstärken, werden die Manager in die Regierungen geschickt, um dort noch bessere Bedingungen für ihre Konzerne durchzusetzen. Siehe Italien oder die USA.
     
  12. maiden

    maiden Lever duat us slav

    das Argument, daß neue Technologien Arbeitsplätze vernichten ist eben nicht falsch. Das naheliegenste Beispiel ist die Druckvorstufe und es gibt sicher noch eine ganze Reihe anderer Beispiele. Wo früher ganze Horden von Retuscheuren mit dem Pinsel in der Hand vor dem Leuchtpult saßen, erledigt die gleiche Arbeit heute ein Bruchteil an Personal in einem Bruchteil der ursprünglichen Zeit. In anderen Bereichen der Druckindustrie hat es ähnliche Dimensionen des Personalabbaus bedingt durch neue Techniken gegeben. Und die verloren gegangenen Arbeitsplätze wurden eben nicht woanders aufgefangen.
     
  13. Macziege

    Macziege New Member

    Moin,

    und was folgern wir daraus, zurück zur Handarbeit in jedem Bereich? Mit Schlegel und Meissel Erze abbauen? Den Roggen mit der Sense schneiden?

    Mensch Maiden, das kann doch nicht dein Ernst sein!

    Gruß
    Klaus
     
  14. maiden

    maiden Lever duat us slav

    habe ich das etwa behauptet?
     
  15. Macziege

    Macziege New Member

    Nicht wörtlich, aber deine Antwort lässt doch keinen anderen Schluss zu.
     
  16. benjii

    benjii New Member

    maiden hat schon Recht - neue Technologien haben auch ihre Kehrseiten. Und es ist nun mal so, dass ein Arbeitgeber in Deutschland sehr häufig darüber nachsinnt, welche neue Maschine er anschaffen und damit Personal einsparen kann.

    Gerade in Ostdeutschland sind nach der Wende Fabriken hochgezogen worden, in denen du außer Maschinen und ein paar Maschineneinrichtern kaum noch Personal findest. Die Industrie ist darauf fixiert, Maschinen und Geräte herzustellen, die möglichst wenig Personal brauchen. Die Müllabfuhr hier hat etwa kürzlich neue Fahrzeuge angeschafft - die Innovation dabei ist, dass dank Greifarm und anderer Features nur noch ein Müllwerker zur Arbeit genügt. Er kann jetzt fahren und auch die Tonnen leeren. Nur ein Beispiel unter vielen.

    :rolleyes:

    Gut, nun sagen viele, diese Entwicklung ist das Ergebnis der hohen Lohnkosten. Viellleicht auch, aber das ist insgesamt eine gefährliche Rechnung: Meiner Meinung nach produzieren heute viele Maschinen so billig, dass der Mensch da mit seiner Arbeitskraft - sofern er nicht nur Hungerlöhne erhält - schwer mithalten kann. Außerdem geht die Rechnung für niemanden auf, auch für die Industrie nicht: Man kann hier keine Löhne wie etwa in Rumänien zahlen, aber denken, dass einem die Leute auf Dauer trotzdem die Produkte teuer abkaufen. Von den Lebenshaltungskosten hier, die ebenfalls weit über den eines Billig-Lohnlandes liegen, ganz zu schweigen.

    :angry:

    Wir müssen uns neue Gedanken über die Verteilung der von Maschinen geschaffenen Werte machen, denke ich. Und wir müssen auch über unseren Begriff der Arbeit neu nachdenken. Dazu gehört auch das Eingeständnis, dass wir auf absehbare Zeit - manipulierte Statistiken hin oder her - nicht genug Arbeit für alle haben werden. Das ist nicht nur eine wirtschaftliche, das ist auch eine gesellschaftliche Debatte.
     
  17. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Nein, wir schauen dem teilweise sprach- und hilflos zu, werden uns aber hoffentlich nicht dazu durchringen, diese Entwicklungen auch noch gutzuheißen.
    Macziege, im Augenblick scheinst Du Dich noch zu den Gewinnern zu rechnen, aber glaube nur nicht, daß dieser Prozeß Dich zum Schluß als Sieger zurückläßt. Ich habe schon Manager erlebt, die plötzlich merkten, daß auch sie austauschbar waren, schnell noch in die Gewerkschaft eintraten um wenigstens noch preiswerte anwaltliche Hilfe zu haben bei ihrer Abwicklung. Der Kapitalismus frißt seine Kinder. Und es gibt scheinbar im Augenblick kaum jemand, der ihm Einhalt gebietet.
     
  18. donald105

    donald105 New Member

    Ich denke, die meisten von uns, die hier im forum unterwegs sind, haben einen job, den sie mögen und gern tun. Insofern sind wir priviligiert. Das vorweg.
    Mir geht's jedenfalls so, dass ich, unabhängig von fehlenden einkünften, am rad dreh, wenn ich nix zu tun hab - kommt aber gott sei dank selten vor.
    Mich erstaunt trotzdem immer noch die diskrepanz zwischen dem RECHT auf arbeit und dem, was ich montag morgens so in der straßenbahn höre.
    Unbeeindruckt von der wirtschaftlichen lage und den arbeitslosenzahlen tönen da dumpfbacken immer noch laut rum, wie eklig sie es finden, nun wieder arbeiten zu MÜSSEN. Ich bin nicht um 6 unterwegs, sondern so um 9, halb zehn, kann also kaum fabrikarbeiter (falls es sowas noch gibt) antreffen.
    Mal abgesehen von ein paar maniacs von managern, die restlos den bodenkontakt verloren haben:
    ich habe den eindruck, dass es den meisten unserer mitbürger ähnlich geht: mit geringstmöglichem einsatz so viel abräumen wie möglich, ohne risiko - das trägt ja der unternehmer.
    Wenn einer den eindruck hat, arbeiten zu MÜSSEN, dann sind auch 35 stunden noch zu viel. Zu blöd, dass die kohle nicht vom himmel fällt.
     
  19. Marks.

    Marks. New Member

    In dem Punkt kann ich dir, Benjji nur zustimmen.
    Es ist toll, wenn Maschinen uns stupide Arbeit abnehmen und durch den technischen Fortschritt immer mehr mit weniger Aufwand hergestellt werden kann - nur passt die 50-Stunden-Woche da nicht rein.

    Weniger ist mehr - eine flexiblere Arbeitsmarktpolitik mit weniger starrem Kündigungsschutz und mehr Teilzeit würd sicher einiges bewegen - siehe Dänemark. Trotz deutlich höherer Frauen-Arbeitsquote und niedrigerer Arbeitszeiten insgesamt deutlich weniger Arbeitslosigkeit. Aber auch nur 2 Wochen Kündigungsfrist und wesentlich effektivere Arbeitsämter.
     
  20. donald105

    donald105 New Member

    ich stimme dir zu.
    aber diesen terminus solltest du noch mal überdenken.
    ;)
     

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